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Der Bendorfer Kulturverein e.V. wurde 19.März 1997 gegründet und bereichert so seither das kulturelle Leben in Bendorf und Umgebung.

 

Initiator und erster Vorsitzender war Horst Eisel.

 

Unser Engagement gilt der Kleinkunst. So bieten wir im Laufe eines Veranstaltungsjahres Konzerte klassischer Musik ebenso wie Jazzkonzerte, Liederabende, Kabarett, Ausstellungen, kulturelle Fahrten, Lesungen an. 2007 war der Kulturverein Herausgeber des Buches von Peter Wacker: Bendorf und seine Bewohner - gestern - heute.

Gemeinsames Feiern bei einem Sommerfest in Eisels Garten gehörten ebenfalls zu den Veranstaltungen des Kulturvereins.

 

Im Laufe der Jahre konnten wir dankenswerterweise verschiedene Veranstaltungsorte der Bendorfer Gastronomie für Konzerte mit großem Erfolg dazu gewinnen.                    

Kultur bedeutet für uns Austausch mit Musik und Literatur anderer Kulturen, wobei uns das lebendig Erhalten jüdischer Tradition, die Bendorf mitgeprägt hat, wichtig ist. Jährlich findet deshalb Anfang November ein Klezmerkonzert im "Wintergarten" (heute DLC) der ehemaligen Jacobischen Anstalt in Bendorf-Sayn statt.

 

Gerne werden von uns Künstler, Künstlergruppen und Chöre aus der Region eingeladen.

 

 

 

 

Konzert zum Weihnachtsmarkt am 2. Dezember 2005

Lateinamerikanische Messe und
Kunstausstellung beim Weihnachtsmarkt
Flyer misa criolla 2005-11-20Hd1.pdf
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Beim Bendorfer Kulturverein bieten wir Ihnen viel Freiraum für eigene Gedanken und den Austausch mit anderen Besuchern. Nicht nur Bendorf, sondern die ganze Region ist bei uns willkommen, um Kunst und Kultur neu zu erleben und mit anderen Menschen teilen zu können.

 

Im Folgenden einige Beispiele von Veranstaltungen aus den vergangenen Jahren:

 

Eine Veranstaltung, die großen Anklang fand und zu Diskussionen anregte fand 2004 statt.

 

  17. September 2004

 

 Tahar Ben Jelloun „Papa, was ist ein Fremder?“

 „Fremd ist ein Fremder nur in der Fremde.“

 

Das Wort „fremd“ bedeutet sowohl „von weit her“ als auch „nicht dazu gehörig“. Ein Fremder kommt aus der Ferne, aus einem anderen Land, manchmal auch nur aus einem anderen Dorf. Ein Fremder gehört nicht zur Familie. Wenn mir etwas „fremd“ ist, dann ist es anders als das, was ich kenne, was ich jeden Tag sehe, es ist ungewöhnlich, fällt aus der Reihe.

 

Und dennoch: Fremd sein gehört zum Alltag. Migration und die dazu gehörende Fremdheit hat seit Jahrhunderten den Alltag.

in Europa mitgeprägt: Von der Ausdehnung des „Römischen Reiches“ über die mittelalterlichen Hansekaufleute bis zur heutigen Asylproblematik.

Menschen haben sich auf einen meist mühevollen Weg gemacht in andere Länder, hin und her gerissen zwischen der alten und der neuen Heimat.

 

Stets bereicherten sie durch ihre Kultur ihren Zufluchtsort. So verbreiteten die Römer ihre Esskultur in allen Ecken des weit gespannten Imperiums. Sie brachten z. B. auch den Weinanbau an Rhein und Mosel.

Was wäre unsere heutige Küche ohne die Bereicherung durch Italien, Griechenland und die Türkei? Pizza, Spaghetti, Döner und die mediterranen Gemüse wie Aubergine, Zucchini, Paprika sind kaum noch weg zu denken aus unserem Speisezettel.

 

Auswanderer, Einwanderer und Gastarbeiter sind längst heimisch geworden in ihrer Wahlheimat. Oft haben sie mit der „Fremde“ negative Erfahrungen von Ausländerfeindlichkeit machen müssen.

Ein Plakat von Klaus Staeck rückt dies in den Blick mit dem Text:

 

„Stell dir vor du musst flüchten und du liest überall ´Ausländer raus!`“

 

Gerade heute im Zeitalter der Globalisierung ist kulturelle Unterschiedlichkeit nichts Beängstigendes, sondern etwas Erstrebenswertes. Je mehr Kulturen in Deutschland nebeneinander leben, desto lebendiger, reicher und deutscher ist unser Land . Darauf wies kein Geringerer hin als der bekannte Schriftsteller Thomas Mann.

In Deutschland brauchen wir die Neigung zum Kosmopolitischen, 2enn wir uns in einer globalisierten Welt zurecht finden wollen.

Wir brauchen den Mut, uns zu vielfältigen Identitäten zu bekennen, die aus Sprache, Hautfarbe, Nationalität oder Religion erwachsen, d.h. multikulturell zu werden ( vgl. Ulrich Beck, Interview in „Psychologie heute“, Heft 10, 2004 Beltz Verlag Weinheim)

 

Anlässlich einer Demonstration gegen Fremdenfeindlichkeit fragte die Tochter des bekannten französischen Autors Tahar Ben Jelloun: „Papa, was ist ein Fremder?“

 

Zuerst wollte er das Mädchen mit einer kurzen Antwort abspeisen. Aber seine Tochter ließ nicht locker. Also versuchte er eine Antwort und merkte, wie schwierig es ist, Kindern zu erklären, warum es Fremdenfeindlichkeit, Überheblichkeit und Gewalt in unserer Welt gibt.

 

„Papa, was ist ein Fremder?“ ist zu einem der meist gelesenen Bücher Frankreichs geworden. Es wurde in viele Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, z. B. mit dem europäischen Preis „Künstler für den Frieden“ und dem Global Tolerance Award der UNO.

 

Der Erfolg des Buches zeigt auf der einen Seite, wie sehr sich viele Menschen eine Welt wünschen, in der Vielfalt nicht als Problem sondern als Bereicherung erlebt wird.

Auf der anderen Seite gibt die Veröffentlichung eines solchen Buches insbesondere Eltern die Chance, mit ihren Kindern über die brennenden Fragen des „Fremdseins“ ins Gespräch zu kommen. Sie können ein Teil ihrer Verantwortung an den Autor Jelloun abgeben und ihren Kindern das Buch für 6.50 Euro schenken und ihnen sagen, dass da wichtige Antworten drin stehen.

 

Mit dieser Lesung heute zeigen Bürger der Stadt Bendorf, dass sie Verantwortung übernommen haben für die Menschen in der Stadt, in der wir leben.

 

 

Es lesen heute Abend ausgewählte Dialoge aus dem Buch

  •  Herr Bürgermeister Hajo Stuhlträger mit Melissa
  • die Fremdsprachenlehrerin Ingrid Braband mit Punya
  • der praktische Arzt Herr Dr. Gernot Nick mit ____________
  • Herr Andrea Vernia, dessen Eltern aus Italien nach Bendorf kamen, der hier heimisch geworden ist und sich heute in verschiedenen Gremien für Ausländer in unserer Region einsetzt. Er liest mit seinem Neffen __________________

 

Die einzelnen Dialoge werden musikalisch umrahmt vom

Jazz Duo Sonus:   John Agu und Lulu Reinhard, dankenswerterweise für Friedhelm Schneider spielt, der wegen eines Unfalls nicht kommen kann.

 (C) Patt-Wüst


                                                  

Lesung0001.pdf
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Die Schauspielerin Doris Otto und Horst Eisel nach der Lesung im Buchladen

Kultur muss unter die Leute“

 Programm 2008

 

Samstag, 23.2.2008, 20 Uhr, Altes Kino Bendorf, Poststraße 12

Geschichte der Bendorfer Manfred Pohlmann und Harald Becker

30 Jahre „Edelzwicker“

 

 

Freitag, 12. September 2008, 20 Uhr, Restaurant Stadt Bendorf, Hauptstr. 88

Schön war die Zeit

Die schönsten deutschen Schlager der 50er und 60er Jahre

Duo Bellevue: Gabriele und Alexander Russ

 

Freitag, 24.Oktober 2008, 20 Uhr, Josefs-Gesellschaft, Sayn,

Koblenz-Olper-Straße 39

Musicalmelodien –

Songs aus Broadway-Shows und Filmmusiken

von und über den legendären amerikanischen Komponisten

George Gershwin 1898-1937

Esther Lorenz, Gesang und Thomas Bergler, Piano

 

Freitag, 14. November 2008, 20 Uhr, Bendorfer Buchladen (Kaufland)

Alexander Solschenizyn zum Neunzigsten

Referent: NN aus Russland

 

Freitag, 5. Dezember 2008, 20 Uhr, Evangelische Kirche Bendorf

Konzert zum Weihnachtsmarkt:

Von Barock bis Klezmer

mit dem außergewöhnlichen Duo Christian und Daniel Wolf, Klarinette und Orgel.

Lesung am 14. November 2008
Die in Köln lebende und in Bendorf durch mehrere Lesungen bekannte
Schauspielerin Doris Otto liest

EIn Tag im Leben des Ivan Denissowitsch
von Alexander Solschenizyn
der im Dezember diesen Jahres 90 Jahre alt geworden wäre.
Im Bendorfer Buchladen

 

 

 

 

Sommer 2011 und Zeit für Musik im Freien mit dem

 

Gitarristen Tilmann Steitz

am 06. August 2011, 19.30 Uhr

 

Karl-Fries-Rondell (Medarduskirche)

 

Tilmann Steitz ist ein Künstler, der sein Publikum mit seiner Virtuosität und dem Gefühl für unterschiedliche Klänge und Stilrichtungen begeistern kann.

 

Weitere Informationen finden Sie unter www.tilmann-steitz.de . Dort finden Sie auch seine Musik als mp3 zum Anhören.

 

 

Tilmann Steitz

 

 

Anlässlich des Gedenktages der Pogromnacht präsentierte der BKV e.V.

 

am Mittwoch 09.November 2011

19.30 Uhr

im Alten Kino (Poststraße)

"Herzkeime"

 

einen Abend zwischen den Welten zweier Frauen


Die Künstlerin Martina Roth sang und rezitierte Gedichte von Nelly Sachs und Selma Meerbaum-Eisinger eingebettet in poetische Bewegtbilder.

Vertonungen und Gitarre Prof. Johannes Conen

 

In einem Pressebericht aus Kostanz heißt es: ...“ein poetischer Abend, ein Abstecher in die Welt des Liedes und der Lyrik, ein leiser Abend mit Schauspiel, Gesang und Gitarrenspiel, ein Abend, der sich den beiden jüdischen Lyrikerinnen Selma Meerbaum-Eisinger und der Nobelpreisträgerin Nelly Sachs widmet. Vor der Folie einer transparenten Innen- und Außenwelt steht die Schauspielerin Martina Roth im Dunkel und singt, spricht Gedichte von Selma Meerbaum-Eisinger und Nelly Sachs, vertont und an der Gitarre begleitet von Johannes Conen. „… nur eine Stimme, ein Seufzer für die, die lauschen wollen……. (Nelly Sachs)

 

Martina Roth